Die Sache mit den Rezensionen

Ich finde, jede Leser*in hat das Recht jedes Buch zu bewerten, wie sie es für richtig hält. Über Meinungen und Geschmack lässt sich nicht streiten. Was ich super finde, können andere schlecht finden. Was ich schlecht finde, können andere super finden. Ist das nicht toll? Für jede Autor*in gibt es die passende Leser*in, weil wir alle unterschiedliche Dinge gut finden.

Daher finde ich es richtig, wenn jemand, der meine Bücher nicht mag, sie auch mit der Sternanzahl bedenkt, die er oder sie für richtig hält. Immer und jederzeit. Auch treue Leser*innen dürfen mein Buch Scheiße finden! Ja, natürlich! Ich kann ja auch nicht jedes Mal den Geschmack treffen, vor allem dann nicht, wenn ich in vollem Bewusstsein so unterschiedliche Bücher wie „She flies with her own wings“ und „The words unwritten“ schreibe. Wie soll das gehen?

Ich ärgere mich nicht über schlechte Rezensionen, klar hätte ich lieber gute, wer nicht? Aber da ich ebenfalls Leserin bin und auch nicht alles mag, auch nicht alles von einer Autor*in mag, verstehe ich es, wenn man manchmal einfach nicht den Geschmack trifft. Ist eben so, man hat ja immer wieder neue Versuche. Man wird NIEMALS den Geschmack von allen treffen. Das ist unmöglich. Man kann ja noch nicht mal so was sagen wie „Alle Menschen mögen Vanille“.

Außerdem finde ich, dass negative Rezensionen einem Buch Glaubwürdigkeit geben. Es ist NICHT möglich, dass ein Buch nur gute Rezensionen hat, weil wir alle unterschiedlich sind. Wir haben eine unterschiedliche Vorgeschichten, unterschiedliche Gegenwarten, erträumen uns andere Dinge für die Zukunft. Wir sind alle UNTERSCHIEDLICH. Wenn ihr meine Bücher gut findet, schreibt es. Wenn ihr meine Bücher blöd findet, schreibt es. Ich bin für JEDE Rezension dankbar, immer und überall, weil das bedeutet, dass sich eine Person mit meinem Werk auseinandergesetzt hat.

In der letzten Zeit sind mir aber eine paar Dinge sauer aufgestoßen, die nicht nur bei mir sichtbar sind, sondern die ich auch bei anderen Autor*innen gesehen habe:

  • Ein Werk zu kritisieren ist mehr als okay. Es ist richtig und wichtig. Die Person hinter diesem Werk anzugreifen, ist es NICHT. Sagt, dass euch das Buch nicht gefällt, aber sagt doch nicht so was wie: Die Autorin hat so was geschrieben, weil sie selbst eine alte Frau ist und Angst vor dem Tod hat.
  • Ihr könnt ja auch eine Meinung zu den Autor*innen haben, auch wenn sie euch nicht zusteht. Es geht euch nichts an, wie eine andere Person ihr Leben lebt. Ob diese Person ein Buch pro Jahr oder ein Buch pro Woche veröffentlicht, geht euch einfach nichts an.
  • Schreibt nicht in eure Rezensionen, dass ihr die größten Fans einer Autor*in seid, wenn ihr noch NIE eines der ach so vielen tollen Bücher rezensiert habt, aber dann, wenn ihr etwas schlecht findet, rezensiert. Wie könnt ihr denn Fans sein, wenn ihr die Autor*in in guten Zeiten nicht unterstützt, sie aber in schlechten niedermacht? Wenn euch etwas gefällt, schreibt eine Rezi, wenn euch etwas nicht gefällt, schreibt eine Rezi. Aber nennt euch doch nicht Fans, wenn ihr eure Autor*innen nicht unterstützt.
  • Eine drei Sterne Rezension ist KEIN Grund ein Buch zurückzugeben! Offensichtlich HAT dir ja was gefallen, sonst wäre es nur ein Stern. Und damit auch noch in der Rezi zu prahlen, ist uncool.
  • Lest die Beschreibung, lest die Leseprobe. Wenn in der Buchbeschreibung steht, ein Buch enthält explizite Szenen, seid nicht verwundert, wenn es auch tatsächlich so ist.
  • Wenn ihr auf Erotik in euren Büchern steht, kauft keinen Liebesroman und sagt dann, ist ja kein Sex drin. Sucht euch doch gleich was aus der Erotikkategorie oder einen erotischen Liebesroman aus.
  • Schreibt doch nicht, ich finde die Reihe super, aber das Ende erinnert zu sehr an das Ende einer anderen Reihe, daher ziehe ich zwei Sterne ab. Jedes Happyend könnte an das Happyend eines anderen Buches erinnern, weil es eben ein Happyend ist. Das ist doch kein Grund, eine Reihe doof zu finden.
  • Last but not least: Schreibt doch nicht, ich finde „She flies with her own wings“ super, aber „The words unwritten“ fühlt sich zu sehr nach Porno an. 😉

SCHREIBT REZENSIONEN! Schreibt ehrliche Rezensionen, sagt, wenn euch was nicht gefällt. Gebt nur einen Stern, wenn ihr ein Buch Scheiße findet, aber bitte seid doch FAIR! Immerhin – und das wird in der Cyberwelt offenbar vergessen – stecken Menschen mit Gefühlen hinter den Büchern.

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12 Kommentare

  1. Das hast wirklich gut formuliert annie ich war von thea und den Jungs begeistert aber dein erst Werk um Emma und drew hat mich nicht so gefesselt dafür aber wieder Charlie und Adam und genau so josie und liam wünsche dir einen schönen dritten Advent

  2. Hi Annie,
    das hast Du gut geschrieben.
    Ich denke auch, daß man in einer Rezi ehrlich sein sollte.
    Ich selbst habe auch hin und wieder weniger als fünf Sterne vergeben.
    Selten, aber es kam vor.
    Trotzdem sollte man sachlich bleiben und Niemanden
    damit persönlich angreifen.
    Liebe Grüße,
    Mel

  3. Hallo Annie,
    du sprichst mir aus der Seele. Bevor ich mir ein Buch runter lade lese ich eigentlich immer einige Rezis und am Ende erhält jedes Buch von mir eine Rezi. Ich wundere mich auch manchmal wie bewertet wird und in welcher Art und Weise. Wie du, bin ich der Meinung, das negative, aber sachliche Kritik durchaus sein darf und manchmal sein muss. Es sollte auch nicht vergessen werden, das jeder Autor- jede Autorin doch viel Mühe und Zeit in die Story gesteckt hat um uns ein paar schöne Stunden zu machen. Wenns so einfach wäre würden wir alle doch mal ein Buch schreiben.
    Zum totlachen finde ich auch die Leute die sich über heisse Sexszenen aufregen, obwohl vorher geschrieben wurde, das dieses Buch expliziete Stellen enthält. Ich kaufe mir ja auch keinen Krimi und beschwere mich hinterher darüber das Leute abgemurkst werden 🙂
    Also, mach du so weiter wie bisher und du und alle deine Kollegen/innen erhalten von mir ihre Rezis. Ihr habt meinen Respekt das ihr für mich tolle und manchmal vielleicht nicht so tolle Geschichten schreibt.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Weihnachtszeit
    LG
    Anja

  4. Liebe Annie,
    wenn du mir nicht schon vor deinem Beitrag sehr sympathisch gewesen wärst, dann hättest du mich spätestens damit gehabt.
    Auch wenn ich bisher noch nie eine Rezi geschrieben habe, lese ich doch die eine oder andere. Und ich stimme dir absolut zu, dass ein Buch mehr Glaubwürdigkeit erfährt, wenn es denn auch mal eine „negative“ Bewertung erhält, insofern sie auf sachlicher Ebene gehalten ist. Zu Thea und den Jungs bin ich nur gekommen, weil ich irgendwo einen entrüsteten Kommentar aufgeschnappt hatte, dass es sich dabei um einen Porno handele 🙂 Ich hab sie jedenfalls sehr gemocht, The number of breaths dagegen eher nicht und deine anderen zwei Bücher füllen noch meinen SuB…
    Ich freue mich schon auf das gemeinsame Buch mit D.c. Odesza und A.J. Blue und deine neue Serie und wünsche dir bis dahin einen schönen Urlaub

    Mary

    1. Liebe Mary,

      ich freue mich, dass du meine Pornos gelesen hast 😉 Nicht jedem kann jedes Buch gefallen und das ist auch okay so. Wenn du The number of breaths nicht mochtest, wirst du die anderen beiden auch nicht mögen. Lass sie lieber auf deinem SuB 😉 Aber vielleicht solltest du dann bei der Society weitermachen, wenn Teil 1 im Mai kommt 🙂

      Love, Annie

  5. Hallo Annie,

    ich habe grad deinen Post bzgl. Rezessionen gelesen. Ich gehöre zu den Leuten, die mit Sternchen bewerten aber keine Rezessionen verfassen. Ich finde es wahnsinnig schade das es solche Kritiken, die du bemängelst, gibt. Gerade bei E-Books besteht die großartige Möglichkeit sich Leseproben runter zu laden, so dass man sich auch bei neu entdeckten Autoren ein Bild von Schreibstil und Story machen kann. Ich finde es toll das du so deutliche Worte findest und hoffe du stößt auf offene Ohren.

    Weiter so!

    Claudi

    1. Liebe Claudi,

      man muss auch nicht zu jedem Buch eine Rezi schreiben… Ich bewerte die meisten Bücher auch nur mit Sternen bei Goodreads, aber ich bewerte dann alle, nicht nur die schlechten, sondern auch die guten. Das finde ich fair 🙂

      Love, Annie

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